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Stressreduzierung in den vor- und nachgeburtlichen Phasen,
Musiktherapie, Einsparung bei Behandlungskosten
Die Wichtigkeit akustischer Einwirkungen auf den Fetus als Quelle
der Kommunikations- und Lernfähigkeit wird ebenfalls untersucht.
Vom Standpunkt des Anästhesisten, wird das Bewußtsein
sowohl chemisch als auch psychotherapeutisch manipuliert, um ein
vermindertes Schmerzerlebnis, eine veränderte Rückerinnerung
und eine abgeschwächte Reaktion auf Streß zu erzielen.
Einer der häufigsten Bestandteile meiner Arbeit ist die Anwendung
von Streßvermindernden Methoden während unterschiedlicher
Bewußtseinszustände der Patientinnen. Ich habe festgestellt,
daß sowohl Beruhigungsmittel, als auch Vollnarkose im menschlichen
Geist Wege eröffnen können die den Zugang zu Heiltherapien
erleichtern. Musik und Bildersprache haben gleichfalls stark heilende
Qualitäten; werden sie während der Anästhesie angewandt,
ergänzen sie deren streßvermindernde Eigenschaften und
fördern eine rasche Heilung.
Einige der Vorteile der Musikanwendung im Entbindungsraum die die
Wirkung der Beruhigungs- bzw. Betäubungsmittel ergänzen,
sind: Beschleunigung des Geburtsvorgangs mit reduziertem Schmerzempfinden
und Abschwächung der Reaktion auf Streß während
der Geburtswehen, was sdiese könnten möglicherweise Benommenheit
oder verlangsamte Atmung beim Neugeborenen verursachen). Oft fühlt
sich die werdende Mutter ein gewisses Unbehagen bei den Handhabungen
an der Gebärmutter unmittelbar vor dem Kaiserschnitt. Musik
ist hier ein sehr wirkungsvolles Mittel um dieses Unbehagen zu lindern.
Ich versuche, ein Gefühl dafür zu entwickeln, was das
Paar und das noch ungeborene als beruhigend empfinden; falls sie
es nicht wissen, schlage ich klassische oder aber New-Age-Musik
vor. Meiner Meinung nach hat solche Musik eine ausgezeichnete Wirkung
während eines Kaiserschnitts.
Geschmackliche Präferenzen
Damit Sie einen Eindruck davon bekommen, wie verschieden die Wünsche
sind, die mir in diesen Zusammenhang mitgeteilt werden, berichte
ich Ihnen von einem Freitagabend an dem ich drei Kaiserschnittentbindungen
auszuführen hatte. Die ersten beiden fanden zu den Klängen
Beethovens Klaviersonaten statt. Als das dritte Paar nach seiner
Vorliebe gefragt wurde, antwortete die Frau:" Mein Baby mag
nur Rock `n` Roll, aber Sie müssen ihn sehr laut spielen!"
Sie wählten Bruce Springsteens "Born in the USA",
und es schien dem Ereignis wirklich gut zu entsprechen. Eine übertriebene
Reaktion auf Streß hat während der Schwangerschaft und
des Geburtsvorgangs eine negative Auswirkung, ähnlich wie in
Krankheitsprozessen. In den meisten Fällen, wird den physiologischen
Folgen von Streß durch Streßhormone, sogenannte Catecholamine,
entgegengewirkt.
Bei einer Schwangerschaftspatientin können erhöhte Mengen
dieser Hormone eine reduzierte Wirksamkeit der Gebärmutterkontraktionen
verursachen,( Simkin, 1986), was dazu führen kann, daß
bei mancher dieser Patientinnen ein Kaiserschnitt nötig wird.
Starke Besorgnis der Mutter ist in Zusammenhang mit dem Absterben
des Fetus im 3. Trimester gebracht worden. (Myers & Myers, 1979).
Noch häufiger ist es vorgekommen, daß extrem ängstliche
Patientinnen während der Wehen eine so hohe Stufe des Catecholamin
- Ausstoßes erreichen, daß es zu einer Reduzierung des
Bluteinflusses in der Plazenta führt, und das ungeborene dadurch
in eine Art Bedrängnis versetzt werden kann.
Dieser Zustand wird intensiviert, falls die in den Wehen liegenden
Patientin hyperventiliert, denn dann kann eine weitere Reduzierung
des Blutflusses in der Plazenta erfolgen. Die Fähigkeit der
Musik, Atemgeschwindigkeit zu verlangsamen und Streßreaktionen
zu vermindern, wirkt sich während des Geburtsvorgangs wohltuend
aus; es ist vorgekommen, daß die Zeit verkürzt wird,
in der die Geburt vonstatten geht.( Winokur, 1984). Doch selbst
wenn dies nicht geschieht, wird der Geburtsvorgang von der Patientin
kürzer empfunden. (Clark, McCorkle & Williams, 1981).
Studien zeigen, daß Musik hören schmerzlindernd ist.
( McKinney, 1990, Hanser, Larson & O´Connell, 1983) Während
der Schwangerschaft meiner Frau, fing ich an, über die Umgebung
des noch ungeborenen Kindes nachzudenken. Ich wußte, daß
der Fetus bereits im Mutterleib auf Musik und Geräusche reagiert,
und ich beschäftigte mich mit intensiver damit, was es für
den Fetus bedeutet, ständig dem Geräusch des Blutrauschens
in der Plazenta ausgesetzt zu sein.

Babies an der Herzseite
Während seiner früheren Studien bemerkte Dr. Lee Salk
( 1973), daß die meisten Mütter neugeborener Kinder ihren
Säugling mit Vorliebe an der linken Seite ihrer Brust halten
- der Herzseite. Dr. Salk analysierte die damals populären
Bücher mit Photographien und künstlerischen Abbildungen
von Säuglingen und Erwachsenen.
Fast 80% dieser Abbildungen zeigten die Mutter mit ihrem Kind an
der linken Seite. Diese Vorliebe ist durch alle Kulturen verbreitet.
Innerhalb einer großen Gruppe von Müttern mit Kind, stellte
Salk eine Replik der Herztöne her, wie sie von der linken Seite
zu vernehmen waren (und benutzte diese Töne, um Neugeborene
auf der Kinderpflegestation in Krankenhaus zu beruhigen). Er argumentierte,
daß die Geräusche, wahrgenommen "in utero",
sich beim ungeborenen Kind so einprägen, daß nach der
Geburt ähnliche Geräusche in einem funktionellen Zusammenhang
mit dem ursprünglichen Erlebnis stehen. Dies erklärt rhythmische
Ähnlichkeiten der modernen Musik mit Rhythmen in der Gebärmutter.
Andere Fachleute sehen eine Verbindung zwischen Gebärmuttergeräuschen
und den "Unsinnlauten", die Mütter gebrauchen, wenn
sie mit ihrem Neugeborenen sprechen, z.B.: "hush", "shush",
"shah" (jiddisch), "Ushuru" (äthiopisch),
und "enshallah" (ägyptisch). Vielleicht ist hier
ebenfalls eine Erklärung zu finden für die Benutzung ähnlicher
Laute in den verschiedenen Religionen, z.B.: "Om" (Buddhismus),
"Shalom" (aus dem Hebräischen), tibetanische Oberton
Gesänge, gregorianische Gesänge.
Ultraschalluntersuchungen haben ergeben, daß der Fetus bereits
in der 16. Woche der Schwangerschaft auf Geräusche außerhalb
des Mutterleibs reagiert. (Hepper, 1994, Shahidullah & Hepper,
1992). Das Geräusch des durch die Plazenta fließenden
Bluts wird vom Ungeborenen als sehr laut und stark wahrgenommen.
Bei Frequenzen unter 500 Hz ist die Durschnittsstärke 80 Db
mit Spitzenfrequentzen von 95 Db. (Gerhardt & Abrams, 1996).
Das wäre eine Lautstärke vergleichbar mit der in einem
Tanzlokal am Samstagabend.
Der Mozart-Effekt
Viel Aufmerksamkeit ist auf den sogenannten "Mozart-Effekt"
gerichtet worden; da Festgestellt wurde, daß das Hören
von Mozarts Musik den IQ von Universitätsstudenten erhöht.
(Rauscher & Ky, 1995). Außerdem hat die Arbeit mit Vorschulkindern
bewiesen, daß durch musikalische Übungen Sprachentwicklung
sowie räumliche und mathematische Fähigkeiten gesteigert
werden. (Rauscher, et al, 1997). Befunde unterstreichen die Tatsache,
daß Lernbegünstigungen dieser Art weit zurück reichen
bis in die vorgeburtlichen Perioden, und daß die Töne
Klänge im Mutterleib möglicherweise Auskünfte enthalten
die wesentlich sind für Entwicklungen des Gehirns im werdenden
Kind.(Devlin, Daniels & Roeder, 1997, Shetler, 1989).
Das Neugeborene kann --- beim Hören einer Tonaufnahme vorgeburtlicher
Geräusche und Laute --- zwischen den Geräuschen im Leibe
seiner Mutter und den von einer anderen Frau unterscheiden (Righetti,
1996). Es ist ebenfalls in der Lage, emotionale Inhalte in den vorgeburtlichen
Geräuschen wahrzunehmen und reagiert darauf mit Veränderungen
in seinen Bewegungen und in der Herzgeschwindigkeit. (Righetti,
1996).
Das Spielen, Singen eines einzelnen Tons, das Sprechen einer einzelnen
Silbe, enthält eine große Menge "Auskünfte
über den Fetus. Der Inhalt des gesungenen, gespielten, oder
gesprochenen Tons, oder Laute ist voll emotionaler Mitteilungen,
die für den Fetus von großer Bedeutung sind und von ihm
genutzt werden können. Das Netzwerk der Nerven im Gehirn des
Fetus, sowie des Neugeborenen unterzieht sich einer lernabhängigen
Neugestaltung.
Dieser Vorgang schließt sowohl einen "Rückschritt"
--- eine Regression --- des Nervenkreislaufs als auch Zellenwachstums
des sich entwickelnden Hirns ein. Dies deckt sich mit der Beobachtung
von Psychologen, daß Säuglinge und Kleinkinder erweiterten
Verhaltensfähigkeiten besitzen, die im späteren Leben
(unter Umständen) wieder verschwinden. (Johnston, 1995).
Da das Hören beim Fetus wahrscheinlich die Hauptkomponenten
bei der lernbedingten Regression bzw. Des Wachstums der Synapse
ist, nimmt der Fetus praktisch an einer Art Hör-Amphittheater
des 2. Und 3. Trimester teil, was effektiver sein mag als jedes
spätere Klassenzimmer. Es ist offensichtlich, daß wir
uns am Anfang der Untersuchungen des Zusammenhangs zwischen Klangwelt
und neurobiolgischer Entwicklung im Fetus und im Neugeborenen befinden.

Burt und Joe Wolff
Meine Beschäftigung mit der vorgeburtlichen akustischer
Umgebung führte zu einer Zusammenarbeit mit Burt und Joe Wolff.
Wir stellten eine Musikaufnahme her mit Geräuschen aus dem
Mutterleib und weiblichen Stimmklängen, genannt Transitions
TM, und auch eine Serie von Aufnahmen aus dem Mutterleib zur Anwendung
in der Zeit der Schwangerschaft, des Geburtsvorgangs und selbst
für Kleinkinder. Es wurde uns klar, daß diese Art von
Musik sehr beruhigend auf das Neugeborene wirkt, vor allem auf das
frühgeborene Kind.
Eine spätere Studie, daß Anregungen TTM
Musik hilfreich war bei der Pflege künstlich beatmeter, frühgeborener
Kinder mit niedrigem Sauerestoffgraden. Bedeutende Vergrößerungen
der Sauerstoffsättigung und Reduzierung der Unruhe wurden beobachtet
bei der Anwendung von Musik. (Collins & Kuck, 1991). Eine weitere
Studie zeigte, daß, wenn Wiegenlieder bei der Intensivpflege
von Neugeborenen gespielt wurden, weniger Fälle von Sauerstoffmangel
vorkamen. (Caine, 1991). Es besteht kein Zweifel, daß manche
Geräusche mit hohen Db-Stufen, verursacht von Geräteschaften
und Alarmsignalen in der Intensivpflegeabteilung, Neonatal Intensive
Care Unit, NICU für das Neugeborene schädlich sind.
Während Untersuchungen bei Frühgeborenen
wurde eine Gruppe dieser Kinder von den sie umgebenden Geräuschen
in der NICU durch Ohrenschützer isoliert. (Zahr & Traversay,
1995). Dieser Kinder hatten eine höhere Sauerstoffsättigung
und verbrachten mehr Zeit in der Schlafphase als die Kinder in der
ungeschützten Gruppe. Einige weitere Untersuchungen bewiesen,
daß die tägliche Gewichtszunahme sich verdoppelte wenn
die Frühgeborenen die wohltuende Wirkung der Musik genießen
durften. (Caine, 1991, Coleman, Pratt & Abel, 1996).
Zusätzliche Studien zur Anwendung von Musik bei
der Pflege von frühgeborenen Kinder ergaben, daß Musik-therapierte
Kinder 3-5 Tage früher als üblich aus der NICU entlassen
wurden. (Caine, 1991, Colenman, Pratt & Abel, 1996, Standley,
1996). Zwei Umstände, die das Wachstum und eine frühe
Entlassung aus der NICU gefährden können, sind verminderte
Blutsauerstoffzufuhr und übermäßiger Sauerstoffverbrauch
als Folge von Streß. Eine gesteigerte Reaktion auf Streß
verzehrt auch kostbare Kalorien.

Einsparpotential in Zahlen
Es wird also deutlich, daß die Anwendung einer
Musiktherapie nicht nur wohltuende Wirkung auf das Wachstum und
die Entwicklung der frühgeborenen Babys hat, sondern darüber
hinaus zu Ersparnissen bei den Behandlungskosten führen kann,
die ein wesentliches Problem für die heutige Gesellschaft sind.
Allein in den USA kostet intensive Pflege der Frühgeborenen
mehr als 1000 US Dollar pro Tag pro Kind, d.h.: im Jahr 3,5 Milliarden
US Dollar.
Die zusätzlichen Kosten einer Sonderschulerziehung
und die fortlaufenden Kosten der medizinischen Behandlung für
solche Kinder sind größer als die Initialkosten für
die NICU-Intensivpflege. (Lewit, et al, 1995). Vieler dieser Kinder
leiden unter Hör- und Sehschwächen oder Lernunfähigkeit.
Schließlich verursachen diese Kosten nur Menschen, die ihre
eigene Leistungsfähigkeit nicht voll entwickeln können.
Es scheint also, daß wir mit relativ kleinen Ausgaben für
die Anwendung von Musikaufnahmen auf der Intensivstation einen Aufenthalt
dort um mehr als 3 Tage verkürzen und dabei 3.000 US Dollar
pro Kind einsparen könnten.
Die Frühgeburt ist die hauptsächliche Ursache
für zu niedriges Körpergewicht des Kindes bei der Geburt
und den Tod von Neugeborenen in den USA. (Wegman, 1996). Die Tatsache
bleibt bestehen, daß in den USA fast ein Kind von hundert
kurz nach der Geburt stirbt. (Paneth, 1995). Dies ist die höchste
Sterblichkeitsziffer aller Industrieländer. Trotz all unseren
Bemühungen bleiben die Folgen der Frühgeburt ein riesiges
Problem für die Gesellschaft. Viel Aufmerksamkeit ist auf das
vorbeugen von Frühgeburten gerichtet worden, doch trotz vieler
Recherche und des Einsatzes großer Geldsummen zu diesem Zweck,
ist die Häufigkeit der Fälle in den USA nicht geringer
geworden. (Paneth, 1995).
Einige Umstände sind mit der Gefahr der Frühgeburt
und des niedrigen Körpergewichts bei der Geburt in Verbindung
gebracht worden. Viele davon stehen in einer Wechselbeziehung zueinander.
In den USA kommt eine große Zahl der Frühgeburten bei
jugendlichen Müttern vor, die in Armut leben und keine Unterweisung
in vorgeburtlichen Pflege haben. Hinzu kommen schlecht Ernährung,
Streß, Tabakkonsum und Drogenmißbrauch ( Shiono &
Berman, 1995, Hedegaarg, Hendriksen & Niels, 1996).
Um einen tieferen Einblick in das Phänomen der
Frühgeburt zu gewinnen, schauen wir darauf, was wir bereits
über das Ingangsetzen der Wehen wissen: vor Tausenden von Jahren
glaubte Hippogrates, daß das ungeborene Kind selbst entscheidet,
wann der Geburtsvorgang beginnen solle. Wir haben heute starke Beweise
dafür, daß es sich tatsächlich so verhält.
(Nathanielsz, 1995).
Einleitung der Wehen
Befunde zeigen, daß der Fetus 2 bis 3 Wochen
vor der Geburt beginnt, die Wehen einzuleiten. Im Hirn des Ungeborenen
vermehrt der Hypothlamus die Ausscheidungen von CRN (Corticotrophin-Hormon),
was wiederum die Hypophyse anregt, ACTH (Adrenocorticotrophin) freizugeben.
Dieser Vorgang regt den fetal adrenal cortex an, Cortisol abzusondern.
Infolge dessen, produziert die Plazenta eine größere
Menge Östrogen und eine geringe Menge Progesteron, was schließlich
zu dem Einsetzen der Wehen führt. Seitdem wir dies wissen,
scheint es besonders interessant, darüber nachzudenken, warum
der Fetus eine verfrühte Geburt anregen sollte.
Wir wissen, daß Schwangerschaften, die durch
viel Streß belastet sind, die Tendenz haben, verfrüht
zu einem Abschluß zu kommen. Tabak- und Kokainkonsum steigern
die Reaktion auf Streß bei der werdenden Mutter; dies ist
wahrscheinlich auch beim Fetus der Fall.
Was andere möglichen Mechanismen der Geburtsanleitung
betrifft, so ist es anzunehmen, daß eine hormonelle Übertragung
von der Mutter auf den Fetus durch die Plazenta stattfindet. Vielleicht
fehlen wichtige Nährstoffe durch eine nicht ausreichende Diät
der Mutter, oder eine verringerte Zufuhr dieser Nährstoffe
durch einen verminderten Blutfluß in der Plazenta. Möglicherweise
gibt es während der Schwangerschaft eine Art Dialog zwischen
Mutter und Kind, die unterbrochen wird in Streßsituationen
die die Mutter betreffen. Und wie steht es um die Übertragung
von Emotionen von der Mutter auf den Fetus? Es ist offensichtlich,
daß der Ausdruck von Liebe, Zuwendung und Annahme von seiten
der Mutter durch ihre Stimme sich beim Fetus einprägt und zwar
durch die breite Skala von Tönen, Rhythmen und Modulationen
der mütterlichen Stimme während des Sprechens und Singen.
Es ist sehr gut möglich, daß diese stimmlichen
Informationen - bzw. ihr Fehlen - eine Auswirkung auf die Einleitung
der Wehen durch den Fetus haben. Wir erkennen, daß hier tiefgründige
Wechselwirkung zwischen Informationen und Emotionen besteht, dieser
Dialog ist heilig und kostbar. Es ist möglich, daß das,
was der Fetus im Mutterleib akustisch wahrnimmt am Geräusch
des Blutflusses in der Plazenta irgendwie verbunden ist mit der
Einleitung der (verfrühten) Wehen durch den Fetus.
Kann es sein, daß die Vorgänge im Gehirn
des Fetus den Rhythmus der Geburtsgeräusche verändern
und dadurch selbst die Ton- und Geräuschgrundlage? Es ist bekannt,
daß das Wesen des Rhythmischen in biologischen Vorgängen
ein wesentlicher Aspekt in bezug auf die menschliche Gesundheit
ist. Zum Beispiel: der Rhythmus unseres Herzschlags ist nicht der
eines Metronoms, sondern er hat einen konstanten, grundlegenden
Schlag der sich aber nach Bedarf variieren kann. Während wir
altern, nimmt diese Veränderung ab, und wenn wir den Tod erreichen,
besteht weder Rhythmus noch Veränderlichkeit.
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