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Rituale im Alltag Rituale sind Ereignisse
mit festgelegten Abläufen und Regeln. Sie helfen uns, mit den
ständigen Veränderungen und Übergängen im Leben
fertig zu werden, werden von Menschen gestaltet und kommen unserem
Bedürfnis nach Verbundenheit und Unterstützung entgegen

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Flügel oder Fesseln ?
Rituale haben eine Funktion im Leben und markieren meist eine Wende
oder einen Übergang. Im Ritual überschreiten wir die alltäglichen
Grenzen unserer Wirklichkeit und betreten einen Raum, in dem wir
uns vorbereiten können. Einen Transit zwischen der zwei Welten,
Kindheit und Jugend, Schule und Studium, Beruf und Zuhause, innen
und außen.
Kinder lieben Rituale und sie nutzen sie ganz selbstverständlich,
um Situationen einen Sinn zu geben, sie zu feiern und das Leben
aktiv zu gestalten. Daneben gibt es Zwangsstörungen, bei denen
die Patienten bestimmte Rituale immer wieder wiederholen. Die Psychologie
weiß um ihre Wichtigkeit, die im Lauf der Geschichte häufig
mißbraucht wurden, sei es von Feldherren, Königen und
Kaisern, Fundamentalisten und Fanatikern, Diktatoren oder Demagogen.
Wir Deutschen kennen daher - verglichen mit den Generationen vor
uns - kaum noch Rituale, die uns ein Leben lang begleiten. Viele
fürchten die hohle, bedeutungslose Wiederholung von überlieferten
Formen und gleichzeitig vermissen wir ihre strukturelle Orientierungshilfe,
so daß das Interesse an selbstgestalteten Ritualen wächst.
Es gibt in der Schweiz einen dreijährigen
Ausbildungslehrgang zum Ritualberater und europaweit
zahlreiche Schulen für neue Formn von Ritualen.

Rituale heute
In der Medizin, besser im Heilungsprozess, spielen Rituale eine
wichtige Rolle. Von der rituellen Beschwörung über die
psychosomatischen Rituale des asklepischen
Heilschlafs, von den indianischen
Schwitzhütten-Ritualen bis hin zum hippokratischen
Eid der modernen "Göttern in Weiß" - ganz ohne
Mythen, Symbole und Rituale kommt die Heilkunst nicht aus (das zeigen
auch die umstrittenen Ergenbisse der Placeboforschung).
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