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Die Kunst der Mittagspause
Was in Südeuropa als selbstverständlich gilt (und in China
verfassungsmäßiges Recht ist), wird hierzulande nur Kindern
und älteren Leuten gegönnt – dabei würde es
Berufstätigen außerordentlich gut tun. „Das Nickerchen
am Mittag ist nicht nur eine Tradition, der Biorhythmus der meisten
Menschen verlangt ihn sogar“, sagt Jürgen Zulley, Chronobiologe
und Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der Universität
Regensburg.
Zwischen 15 und 30 Minuten
Mittags zwischen 14 und 16 Uhr fällt bei den meisten die Leistungskurve
drastisch ab: Höchste Zeit für die Siesta! Eine Siesta
steigert die geistige Fitness, verbessert das Allgemeinbefinden
und ist gut für Ihr Herz. Schon zehn Minuten (keinesfalls jedoch
mehr als eine Stunde) reichen aus, um für die zweite Tageshälfte
wieder fit zu sein. Untersuchungen haben gezeigt, dass Mitarbeiter,
die ein kurzes Mittagsschläfchen einlegen, sobald sie müde
sind, anschließend viel weniger Fehler in der Arbeit machen
als jene, die ihre Müdigkeit verschleppen.

Büroschlaf
„Büroschlaf“ fördert Kreativität und
Leistungsfähigkeit In unserer heutigen Stressgesellschaft wird
wohl kaum jemand bei einem plötzlich auftretenden Schlafbedürfnis
etwa im Büro ein kurzes Nickerchen halten. Wie Wissenschaftler
an schlummernden Testpersonen anhand der Auswertung von Biosignalen
wie Herz- und Hirnfunktion nachweisen konnten, ist die „Extraportion“
Schlaf jedoch keine unproduktive Ausfallzeit – im Gegenteil,
sie verbessert die geistige Leistungsfähigkeit, die allgemeine
Verfassung, das Gedächtnis und die Herzfunktion.
Vielleicht wäre es also – so die Wissenschaftler –
sinnvoller, das Schlafbedürfnis nicht mehr in einem „Block“,
also etwa 8 Stunden nachts, zu befriedigen, sondern einen Teil des
Schlafs über den Tag zu verteilen. Das mag am Wochenende oder
in der arbeitsfreien Zeit ja gut möglich sein, aber welcher
Arbeitgeber wäre bereit, in den Büros und Betrieben Ruhezonen
einzurichten, auch wenn dadurch die Kreativität und Leistungsfähigkeit
ihrer Mitarbeiter verbessert würde? Vielleicht sollten sie
es sich aufgrund der beeindruckenden Forschungsergebnisse doch überlegen.
(Quelle: Deutsches
Grünes Kreuz e.V., Marburg)

Gute Laune nach dem Mittagsschlaf
Weil der Mittagsschlaf für die meisten Menschen nicht realisierbar
ist, wird er gern belächelt. Dabei haben französische
Schlafforscher jetzt wissenschaftlich untermauert, was viele schon
für sich entdeckt haben: Ein kurzes Nickerchen erfrischt den
Körper, schärft die Sinne, stärkt die gute Laune
und den Optimismus. (Quelle: Vital 10/98)

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